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Unser pädagogischer Ansatz

Leitend für die pädagogische Arbeit von Lilalu ist, dass jedes Kind und jeder Jugendliche das  Recht haben soll, sich mit seinen Interessen, Bedürfnissen und unterschiedlichen Vielfaltsaspekten einzubringen und wiederzufinden. Damit sind die zentralen Zielsetzungen verbunden, die Einzigartigkeit des Einzelnen hervorzuheben, Gemeinsamkeiten zwischen ihnen herausstellen und das Gefühl gemeinsam etwas bewegen zu können zu stärken.

Das pädagogische Konzept von Lilalu wird durch den pädagogischen Fachbereich regelmäßig überprüft, evaluiert und fortgeschrieben. Das Projekt wird im Rahmen von Zielvereinbarungen jährlich evaluiert und wissenschaftlich begleitet.

Hinweis: Zugunsten der flüssigeren Lesbarkeit der Inhalte dieser Homepage wird auf eine gleichzeitige Verwendung männlicher und weiblicher Sprachformen verzichtet. Sämtliche Ausdrücke, die männlich formuliert sind, gelten gleichermaßen für alle Geschlechter.

Mit einer Zusammensetzung bewährter und innovativer Aspekte aus pädagogischen Teildisziplinen bildet sich für die teilnehmenden Kinder und Jugendlichen ein pädagogischer Raum, in dem eine Entwicklung verschiedener Kompetenzen stattfinden kann. So treffen Aspekte der Kultur-, Erlebnis-, Theater-, Moto-, Sport-, Zirkus- und Sozialpädagogik aufeinander und fördern die Entwicklung der Kinder und Jugendlichen in unterschiedlichsten Facetten. Personale Kompetenzen und Fachkompetenzen werden in dieser Weise in ihren unterschiedlichen Ausprägungen erworben. So werden unter dem Aspekt der Sozialkompetenz Teamgeist, Konfliktfähigkeit und unter dem Aspekt Selbstständigkeit Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl erworben. Unter dem Gesichtspunkt der Fertigkeiten werden daneben kreative Fähigkeiten, Sprachfertigkeiten und Motorik neben dem vordergründigen Ziel – des Trainings für die Abschlussvorstellung erlernt. Die konkreten Workshopinhalte, wie beispielsweise Trampolin oder Vertikaltuch liefern die Methode dazu, durch die die Kinder und Jugendlichen die kreativen, sozialen, sprachlichen und kommunikativen Schlüsselkompetenzen erlernen.

Grundsätzlich orientieren sich die Workshops an den schon vorhandenen Stärken der Kinder und Jugendlichen. Solch eine Kompetenzorientierung unterscheidet sich deutlich von einer Defizitperspektive, bei der der Fokus auf dem liegt, was die Kinder noch nicht können und somit eine bestimmte Förderung benötigen. Dementsprechend ist das Wissen über die Stärken, Interessen und Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen ein wichtiger Ausgangpunkt, um gelingende Bildungsprozesse anzuregen und zu ermöglichen. Die Aufmerksamkeit gegenüber den Erfahrungen, den aktuellen Interessen, dem Wissen und den Kompetenzen des Kindes und Jugendlichen ist ebenso eine wichtige Voraussetzung, um die Wissbegier der Kinder und Jugendlichen und ihren Forschungsdrang zu erhalten.

Mit der Festlegung konkreter Querschnittsaufgaben und dem damit verbundenen Leitprinzip „Vielfalt als Normalität“ soll eine in den Mittelpunkt gestellte Andersartigkeit entgegengewirkt werden. Alle Querschnittsaufgaben spiegeln somit Aspekte von Heterogenität wider. Homogene Gruppen-bildungen sollen verhindert werden, um Sonderpositionen von Kindern und Jugendlichen damit nicht noch zusätzlich zu verstärken. Im Vordergrund steht, dass Kinder und Jugendliche Unterschiedliches brauchen, um erfolgreiche Bildungsprozesse durchlaufen zu können.

Gender Mainstreaming

Mit dem Einbezug von Gender Mainstreaming werden geschlechtsbezogene Aspekte berücksichtigt. Hieraus leitet sich die Ausrichtung des pädagogischen Handelns bei Lilalu ab und verfolgt dabei die wesentlichen Ziele sich einer geschlechtsneutralen Wirklichkeit anzunähern, Rollenstereotype aufzubrechen und alternative Rollenentwürfe aufzuzeigen. Einer Beschränkung der Kompetenzen und Möglichkeiten des jeweiligen Geschlechts durch die geschlechtsbezogene und damit einhergehende eingeschränkte Perspektive ist entgegenzuwirken.

Integration

Nach dem von Lilalu ausgelegten Integrationsverständnis soll es nicht um die vollständige Aufgabe der eigenen Herkunft und der Identifikation von jenen Personen gehen, die nach Deutschland immigrieren. Vielmehr geht es darum eine neue gesellschaftliche Struktur aufzubauen, zu welcher jedes Mitglied mit seinen unterschiedlichen Vielfaltsaspekten seinen Beitrag leistet.

Unmittelbar mit diesem Verständnis sind die Zielsetzungen verbunden bestehende Vorurteile abzubauen, eine vorurteilsbewussten Umgang in der Interaktion mit anderen zu stärken und die Sensibilisierung gegenüber Unterschieden im Werteverständnis sowie die Wertschätzung gegenüber anderen Kulturen zu fördern. Demnach steht im Kern der pädagogischen Ausrichtung die Einzigartigkeit des Einzelnen zu stärken, Gemeinsamkeiten hervorzuheben und das Gefühl „Miteinander etwas zu bewegen zu können“ zu fördern.

Inklusion

Formen der Beeinträchtigung werden im Sinne der Diversität als Quelle kultureller Bereicherung wertgeschätzt. Menschen mit unterschiedlichen Beeinträchtigungen sollen selbstverständlich mit allen anderen Menschen zusammen leben und sich zugehörig fühlen. Demnach wird die Beeinträchtigung des Kindes oder des Jugendlichen nicht als Problem in den Mittelpunkt gestellt, sondern als ein Teilaspekt der Persönlichkeit gesehen. Lilalu unterstützt diese Einstellung mit der Querschnittsaufgabe der Inklusion und ist stets darum bemüht, Kindern und Jugendlichen mit oder ohne Beeinträchtigung eine gleichberechtigte Teilnahme zu ermöglichen.

Partizipation

Partizipation wird als ein Recht aller konzipiert und wirkt somit als Modus sozialer Integration. Um den Partizipationsprozess anzuregen und damit die Persönlichkeitsentwicklung der Kinder und Jugendlichen durch Autonomie und Selbstbestimmung zu stärken, liegt der Schwerpunkt der pädagogischen Ausrichtung insbesondere in der Übernahme von Verantwortung für das eigene Handeln und in der Einschätzung von Konsequenzen für das eigene Handeln. Andere Meinungen und Interessen sollen angehört und respektiert werden. Die hier angesprochene Kompromissbereitschaft schließt damit auch das Aushalten ein, eigene Interessen hinten anzustellen und anderen den Vortritt zu lassen. Zudem orientiert sich die pädagogische Ausrichtung in der Arbeit von Lilalu an drei zentralen Akzentuierungen von Partizipation - Mitsprache und Aushandlung, Mitgestaltung und Engagement und Mitbestimmung und Mitentscheidung.

Sexuelle Identität

Kinder und Jugendliche erfahren in ihren Lebensräumen vornehmlich tradierte und traditionelle Rollenbilder und Familienentwürfe, sodass Homo-, Bi-, Trans- und Intersexualität oftmals eher als Abweichung der Norm wahrgenommen werden. Insofern wäre es unvertretbar die pädagogische Haltung von Lilalu nicht auch in diese Richtung zu öffnen:

Die sexuelle Identität eines jeden Kindes und Jugendlichen, Mitarbeiters und Elternteils wird als gegeben angenommen. Die Ferien- und Bildungsprogramme von Lilalu bieten einen Rahmen, um einerseits mit der Vielfalt an Lebens- und Familienformen in Berührung zu kommen und anderseits der Einseitigkeit entgegenzutreten, die eine Fokussierung auf die emotionale, romantische und/oder sexuelle Anziehung zu gegengeschlechtlichen Menschen mit sich bringt.

Unter dem Motto: „Vielfalt ist das Einzige, was wir gemeinsam haben. Zelebrieren wir sie täglich!“ sollen den Kindern und Jugendlichen im Rahmen der unterschiedlichen Lilalu-Programme eine Fülle von Erfahrungsansätzen und Lernmöglichkeiten geboten werden. Verschiedenheit eröffnet Chancen des Kennenlernens unterschiedlicher Lebenswelten, die Akzeptanz des Anderen in seiner Besonderheit und den Abbau von Vorurteilen.

Lilalu stellt sich der Herausforderung einer stetig wachsenden pluralen Bevölkerungsstruktur und setzt sich damit zum Ziel diese kulturelle Vielfalt zu nutzen. Für die Umsetzung dieser Zielsetzung wird der Anti-Bias-Ansatz als Orientierung herangezogen. Mittels diesem soll eine Schieflage, die aufgrund von Vorurteilen und einseitigen Bevorteilungen entsteht, sichtbar gemacht und wieder ins Gleichgewicht gebracht werden. Hierbei ist es wichtig, sich gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen sowohl mit den eigenen als auch mit Diskriminierungserfahrungen anderer auseinanderzusetzen. Durch das Erkennen und die Bewusstwerdung der eigenen Vorurteile und der eigenen Verstrickung in Diskriminierungsmechanismen soll eine vorurteilsbewusste Haltung bei allen Beteiligten entwickelt werden.

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